Umweltspuren Düsseldorf - und was daraus wurde

Die Einrichtung von "Umweltspuren", nur von Bussen, Taxen, Elektrofahrzeugen und Radfahrenden nutzbar, sollte die Luftqualität verbessern und so Anforderungen des Luftreinhalteplans erfüllen. Pilotversuch beendet, Spuren beseitigt - was bleibt?

ADFC-Testfahrten der Umweltspuren Düsseldorf

Hintergrund:
Wegen der hohen Luftbelastung mit Feinstaub und Stickstoffdioxid stellt die Bezirksregierung Düsseldorf „Luftreinhaltepläne“ auf, die die betroffenen Städte zu erfüllen haben.

Die Einrichtung von Umweltspuren, die nur von Bussen, Taxen, Elektrofahrzeugen und Radfahrenden genutzt werden können, sollte ein Beitrag zur Verbesserung der Luftqualität in Düsseldorf sein, um die Anforderungen des „Luftreinhalteplans“ zu erfüllen und ein drohendes Dieselfahrverbot abzuwenden.

Klar ist für den ADFC Düssdorf:

Düsseldorf eignet sich aufgrund seiner überschaubaren Größe und der flachen Topografie hervorragend als Fahrradstadt. Wenn mehr Menschen bei ihren Wegen auf das Auto verzichteten und stattdessen andere Verkehrsmittel benutzten, hätte das sofort positive Auswirkungen.

Ohne eine erhebliche Stärkung des Radverkehrs kann eine Verkehrswende aber nicht gelingen; auch ein Ausbau des ÖPNV kann das nicht allein schaffen – und wirkt erst längerfristig. Wer eine umweltfreundliche Mobilität ernsthaft will, muss zügig mehr und bessere Radverkehrs-Infrastruktur bereitstellen - von sicheren und komfortablen Achsen durch die Stadt bis zum schnellen Ausbau von Radschnellwegen in alle Nachbarstädte, damit mehr Pendler auf's Rad umsteigen.“

Umweltspuren sind auf keinen Fall Ersatz für breite, sichere und getrennte Radwege und Radstreifen, auf denen auch Kinder fahren können! Die bleibt eine Hauptforderung des ADFC Düsseldorf.

Um aber selbst zu erfahren, was die Einrichtung von Umweltspuren für den Radverkehr bedeutet und wie es sich darauf fahren lässt, hat der ADFC Düsseldorf zusammen mit vielen Aktiven im Jahr 2019 drei Testfahrten im Berufsverkehr unternommen.

Erste Testfahrt: Neue Umweltspur Prinz-Georg-Straße

Dienstag, 16. April 2019

"Enspannt!", so das einhellige Urteil der Testfahrer-Gruppe des ADFC Düsseldorf am frühen Morgen des 16. April. Fast ohne Busse, Taxis und die übliche Hektik bot die Karwoche, von der Stadt zur Einführung ausgewählt, einen ungewöhnlich komfortablen Einstieg in den einjährigen Pilotversuch der Stadt.

Wie RadfahrerInnen sich im dicken Berufsverkehr zwischen Bussen und Taxis fühlen, wurde in einer zweiten Testfahrt nach den Osterferien unter Alltagsbedingungen getestet.

Fazit: Unkompliziert – zumindest für Radfahrende, die die Straße nicht scheuen. Durchaus ein Gewinn für Radfahrende, die sich nun mit deutlich weniger Kraftfahrzeugen eine Fahrspur teilen.

Zweiter Umweltspur-Test: Merowingerstraße

Montag, 6. Mai 2019

Nach enspannter erster Testfahrt auf der Umweltspur Prinz-Georg-Straße folgt der Alltags-Test: Wie fühlt sich das Radfahren auf der Umweltspur im Berufsverkehr jenseits von Ferien und Feiertagen an, wie bewerten Nutzer*innen spontan die Vorteile für den Radverkehr? Ergebnis: Es läuft, der Rückstau auf !

ADFC Düsseldorf testet die dritte Umweltspur: Witzelstraße

23.10.19

Trotz aller Kontroversen - der ADFC Düsseldorf begrüßt die dritte Umweltspur grundsätzlich als Pilotversuch, der die Verkehrsfläche zu Gunsten von ÖPNV und Radverkehr neu verteilt. „Jahrzehntelang hat sich keine politische Mehrheit gefunden, um für eine konsequente Verkehrswende die Verantwortung zu übernehmen. Aber auch wenn dazu mehr gehört: Derzeit gibt es zu schnellen Pilotversuchen mit spürbaren Einschnitten keine Alternative. Fahrradfahrende sind zentraler Teil des Umweltverbunds – ohne deutliche Steigerung gibt es absehbar keine bessere Luft in den Städten“, so der ADFC. „Positiv ist, dass Radverkehr und Busse Vorrang bekommen und an Staus vorbeiziehen können".

Am Montag, 28. Oktober um 8 Uhr hat der ADFC Düsseldorf die dritte Umweltspur im Berufsverkehr getestet. Treffpunkt am Montag Morgen war am Beginn der Markierung Umweltspur an der Straße "In den großen Banden", schräg gegenüber dem U-Bahnhof Südpark.

„Ob das als Süd-Nord Achse interessant und gut fahrbar auch für den Radverkehr wird, bleibt abzuwarten“, meint der ADFC. "Die Menge von ÖPNV-Fahrzeugen - dazu werden auch die Taxis gezählt - und das Fahrtempo werden für Alltagsradler*innen entscheidende Faktoren für die Bereitschaft sein, die neue Umweltspur zu nutzen. Ob und wie das Miteinander auf der Umweltspur funktioniert, ebenso wie Schlussfolgerungen für künftige Planungen, werden wir positiv kritisch begleiten."

Für den ADFC Düsseldorf ist weiterhin wichtig, dass zukünftig breite und abgetrennte Radwege, auf denen auch Kinder sicher fahren können, die Norm für den Radverkehr werden. Dies wird unter anderem auch unter dem Stichwort "protected bike lane" diskutiert.

 

Nach Abschaffung der Umweltspuren: ADFC Düsseldorf fordert Nachbesserung beim neuen Radfahrstreifen auf der Prinz-Georg-Straße

09.03.2021

Grundsätzlich ist es begrüßenswert, dass ein breiter separater Radfahrstreifen auf der ehemaligen Umweltspur eingerichtet wurde. Hier muss aber schnell nachgebessert werden. Denn Anfang und Ende sowie der Anschluss an bestehende weiterführende Radverkehrsanlagen sind in beiden Fahrrichtungen unklar und gefährlich, das zeigt die ADFC-Mängeldokumentation. 

So fehlt es durchgängig an eindeutigen Markierungen, die Sicherheit schaffen: Viel zu wenige und unauffällige Fahrradpiktogramme, unvollständige Trennstreifen, teilweise versteckte Schilder und keine Kennzeichnung des Abbiegeverkehrs.

Der ADFC Düsseldorf weist auch darauf hin, dass in Nord-Süd-Richtung Gefahren durch sich öffnende Auto-Türen (genannt Dooring) für Radfahrende entstehen und schlägt vor, den rechten Rand des Fahrradstreifen mit Abstand zu den Parkplätzen zu markieren.

Dazu kommt das schlechte Baustellenmanagement: In Nord-Süd-Richtung besteht aufgrund von Kanalbauarbeiten langfristig eine Baustelle auf der Prinz-Georg-Straße. Eine Umleitung des Radweges ist jedoch nicht eingerichtet, Radfahrende müssen sich ohne Vorwarnung in die Kfz-Spur einfädeln – und die Tempo 30-Begrenzung beginnt erst nach der Baustelle. Das muss umgehend geändert werden. 

Wir brauchen sichere Radwege für alle, von der 8-jährigen Sarah bis zum 88-jährigen Opa Werner. Wenn Düsseldorf bis zum Ende der Legislaturperiode zu den führenden Fahrradstädten aufschließen will, braucht es eine entsprechende Prioritätensetzung und eine Gleichrangigkeit der Verkehrsträger. Dazu müssen auch die Ersatzmaßnahmen für die Umweltspuren zugunsten des Radverkehrs zügig umgesetzt werden.

Hintergrund:

Unklare Situationen, „Dooring“ und mangelnde Baustellenführungen stellen im Straßenverkehr allgemein und insbesondere für Radfahrende eine große Gefahrenquelle dar. Der ADFC Düsseldorf fordert die Stadtverwaltung daher auf, die Mängel kurzfristig zu beseitigen und die Beschlüsse des Ordnungs- und Verkehrsausschusses nicht nur zugunsten des Kfz-Verkehrs, sondern auch für den Radverkehr zeitnah umzusetzen.

 

https://duesseldorf.adfc.de/artikel/umweltspuren-und-was-daraus-wurde

Häufige Fragen von Alltagsfahrer*innen

  • Was macht der ADFC Düsseldorf?

    Wenn du in Düsseldorf Fahrrad fährst, dann ist der ADFC deine Stimme. Wir setzen uns gegenüber Behörden, Ausschüssen, Medien, Verbänden und Parteien für gute und sichere Radverkehrsbedingungen ein; für Radfahrende aller Altersgruppen, für aktiven Klimaschutz, für zukunftsfähige Mobilität. Als verkehrspolitischer Verein und als Fahrradlobby setzen wir uns für die konsequente Förderung des Fahrradverkehrs ein. Dabei arbeiten wir mit allen Vereinen, Organisationen und Institutionen zusammen, die sich für mehr Radverkehr und für mehr Sicherheit und Umweltschutz im Verkehr einsetzen. Der ADFC ist parteipolitisch neutral, aber parteilich, wenn es um die Interessen Rad fahrender Menschen geht. Wir haben in Düsseldorf fast 3.000 Mitglieder.

    Der ADFC Bundesverband ist mit bundesweit mehr als 200.000 Mitgliedern, die größte Interessenvertretung der Radfahrerinnen und Radfahrer in Deutschland und weltweit. Politisch engagiert sich der ADFC auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene für die konsequente Förderung des Radverkehrs. Er berät in allen Fragen rund ums Fahrrad: Recht, Technik, Tourismus.

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  • Was bringt mir eine ADFC-Mitgliedschaft?

    Radfahren muss sicherer und komfortabler werden. Wir nehmen dafür – auch Dank deiner Mitgliedschaft – nicht nur Einfluß auf Bundestagsabgeordnete, sondern setzen uns auf Landes- und natürlich auch in Düsseldorf für die Interessen von Radfahrer*innen ein. Für dich hat die ADFC Mitgliedskarte aber nicht nur den Vorteil, dass wir uns für einen sicheren und komfortablen Radverkehr einsetzen: du kannst egal, wo du mit deinem Fahrrad unterwegs bist, deutschlandweit auf die AFDC-Pannenhilfe zählen. Außerdem erhälst du mit unserem zweimonatlich erscheinenden ADFC-Magazin "Radwelt" und der zweimal im Jahr erscheinenden Düsseldorfer Zeitschrift "Rad am Rhein" Information rund um alles, was dich als Radfahrerin und Radfahrer politisch, technisch und im Alltag bewegt. Zählen können ADFC-Mitglieder außerdem auf besonders vorteilhafte Sonderkonditionen, die wir mit Mietrad- und Carsharing-Anbietern sowie Versicherern und Ökostrom-Anbietern ausgehandelt haben. Warum bist du noch kein Mitglied?

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  • Wie kann ich beim ADFC Düsseldorf mitmachen?

    Ohne aktive Mitarbeit lebt kein Verein. Deswegen würden wir uns sehr freuen, wenn du uns ein wenig oder ein wenig mehr bei unseren Aufgaben hilfst. Den zeitlichen Umfang bestimmst natürlich du. Du hast viele Möglichkeiten, im ADFC aktiv zu werden. 

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  • Was muss ich beachten, um mein Fahrrad verkehrssicher zu machen?

    Wie ein Fahrrad verkehrstauglich auszustatten ist, legt die Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO) fest. Vorgesehen sind darin zwei voneinander unabhängige Bremsen, die einen sicheren Halt ermöglichen. Für Aufmerksamkeit sorgen Radler*innen mit einer helltönenden Klingel, während zwei rutschfeste und festverschraubte Pedale nicht nur für den richtigen Antrieb sorgen. Je zwei nach vorn und hinten wirkende, gelbe Rückstrahler an den Pedalen stellen nämlich darüber hinaus sicher, dass Sie auch bei eintretender Dämmerung gut gesehen werden können. Ein rotes Rücklicht erhöht zusätzlich die Sichtbarkeit nach hinten und ein weißer Frontscheinwerfer trägt dazu bei, dass Radfahrende die vor sich liegende Strecke gut erkennen. Reflektoren oder wahlweise Reflektorstreifen an den Speichen sind ebenfalls vorgeschrieben. Hinzu kommen ein weißer Reflektor vorne und ein roter Großrückstrahler hinten, die laut StVZO zwingend vorgeschrieben sind.

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  • Worauf sollte ich als Radfahrerin oder Radfahrer achten?

    Menschen, die Rad fahren oder zu Fuß gehen, gehören zu den ungeschützten Verkehrsteilnehmern. Sie haben keine Knautschzone – deshalb ist es umso wichtiger, sich umsichtig im Straßenverkehr zu verhalten. Dazu gehört es, selbstbewusst als Radfahrender im Straßenverkehr aufzutreten, aber gleichzeitig defensiv zu agieren, stets vorausschauend zu fahren und mit Fehlern von anderen Verkehrsteilnehmern zu rechnen.Passen Sie Ihre Fahrweise der entsprechenden Situation an und verhalten Sie sich vorhersehbar, in dem Sie beispielsweise Ihr Abbiegen durch Handzeichen ankündigen. Halten Sie Abstand von Lkw, Lieferwagen und Kommunalfahrzeugen. Aus bestimmten Winkeln können Fahrer nicht erkennen, ob sich seitlich neben dem Lkw Radfahrende befinden. Das kann bei Abbiegemanövern zu schrecklichen Unfällen führen. Beachten Sie immer die für alle Verkehrsteilnehmer gültigen Regeln – und seien Sie nicht als Geisterfahrer auf Straßen und Radwegen unterwegs.

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  • Was ist der Unterschied zwischen Pedelecs und E-Bikes?

    Das Angebot an Elektrofahrrädern teilt sich in unterschiedliche Kategorien auf: Es gibt Pedelecs, schnelle Pedelecs und E-Bikes. Pedelecs sind Fahrräder, die durch einen Elektromotor bis 25 km/h unterstützt werden, wenn der Fahrer oder die Fahrerin in die Pedale tritt. Bei Geschwindigkeiten über 25 km/h regelt der Motor runter, bzw. schaltet sich ab. Das schnelle Pedelec unterstützt Fahrende beim Treten bis zu einer Geschwindigkeit von 45 km/h. Damit gilt das S-Pedelec als Kleinkraftrad und für die Benutzung sind ein Versicherungskennzeichen, eine Betriebserlaubnis und eine Fahrerlaubnis der Klasse AM sowie das Tragen eines Helms vorgeschrieben. Ein E-Bike hingegen ist ein Elektro-Mofa, das Radfahrende bis 25 km/h unterstützt, auch wenn diese nicht in die Pedale treten. Für E-Bikes gibt es keine Helmpflicht, aber Versicherungskennzeichen, Betriebserlaubnis und mindestens ein Mofa-Führerschein sind notwendig. E-Bikes spielen am Markt keine große Rolle. Dennoch wird der Begriff E-Bike oft benutzt, obwohl eigentlich Pedelecs gemeint sind – rein rechtlich gibt es große Unterschiede zwischen Pedelecs und E-Bikes.

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  • Gibt es vom ADFC empfohlene Radtouren für meine Reiseplanung?

    Wir können die Frage eindeutig bejahen, wobei wir dir die Auswahl dennoch nicht leicht machen: Der ADFC-Radurlaubsplaner „Deutschland per Rad entdecken“ stellt dir mehr als 165 ausgewählte Radrouten in Deutschland vor. Zusätzlich vergibt der ADFC Sterne für Radrouten. Ähnlich wie bei Hotels sind bis zu fünf Sterne für eine ausgezeichnete Qualität möglich. Durch die Sterne erkennst du auf einen Blick mit welcher Güte Sie bei den ADFC-Qualitätsradrouten rechnen können.

    Für Tagesausflüge in die nähere Umgebung bietet der ADFC Düsseldorf geführte Radtouren an. Alle unsere Touren findest du hier im Tourenportal. Für individuelle Radtouren haben wir Touren zum Nachradeln zusammengestellt. 

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