ADFC NRW bewertet Investitionen in Radverkehr als ausbaufähig - ADFC Düsseldorf

Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Kreisverband Düsseldorf

Neuaufteilung des Fahrbahnquerschnitts zur Einrichtung einer Radverkehrsanlage ohne Trennelemente. © ADFC NRW

ADFC NRW bewertet Investitionen in Radverkehr als ausbaufähig

Düsseldorf, 10. April 2026

07/26

ADFC NRW bewertet Investitionen in Radverkehr als ausbaufähig
Presse-Statement zur „Rekord-Investition“

Das Land NRW hat heute in einer Pressemitteilung bekannt gegeben, dass es 2026 den Radverkehr mit über 172 Millionen Euro fördern wird. Grundsätzlich begrüßt der ADFC NRW diese Investition, sieht sie aber im Verhältnis zu nationalen Zielsetzungen der Radverkehrsförderung und in Anbetracht des immensen Bedarfs an Lückenschlüssen im Radwegenetz als ausbaufähig.

Die von der Landesregierung NRW als „Rekord-Investition“ bezeichnete Fördersumme ist im Vergleich zu frühreren Jahren beachtlich. Aber rechnet man die im Nationalen Radverkehrsplan vorgesehene Summe von 30 Euro pro Person und Jahr auf NRW um, müssten das Land und Bund 360 Millionen Euro investieren. Hier bleibt das Land und der Bund deutlich hinter der nationalen Zielsetzung. Auch der ADFC NRW sieht diesen Betrag als zwingend erforderlich für eine zielführende Förderung des Radverkehrs an.

Die seit Beginn der laufenden Legislaturperiode gebauten 661 km Radwege wurden sowohl in Baulast der Kommunen, als auch in Baulast des Landes realisiert. Gleichzeitig gibt es alleine an etwa 6.500 Kilometern der Landstraßen in NRW bis heute keinen begleitenden Radweg. Aus Sicht des ADFC NRW ist jeder gebaute Radwegekilometer grundsätzlich zu begrüßen, aber im Verhältnis zu den bestehenden Lücken im Radwegenetz sind sie nur ein Tropfen auf den heißen Stein.

Erschwerend kommt hinzu, dass das von der Landesregierung im Koalitionsvertrag in Aussicht gestellte „Radwegelückenkataster“ weiterhin auf sich warten lässt. Somit ist es für das Land NRW weiterhin schwierig, sich einen Überblick über die bestehenden Netzlücken zu verschaffen.

Ein durchgängiges und sicher befahrbares Radwegenetz ist der Schlüssel für mehr Sicherheit im Radverkehr. Der Bau durchgehender, sicherer Radwege wird aber noch Jahre dauern. Bis dahin appelliert der ADFC NRW an alle Akteure, von Polizei über Straßenverkehrsbehörden bis zu Baulastträgern, auch schnell umsetzbare Maßnahmen wie die vermehrte Anordnung von Geschwindigkeitsbegrenzungen und die Anwendung der Sofortmaßnahmen der Arbeitsgemeinschaft für Fuß- und Fahrradfreundlichen Städten in NRW (AGFS NRW). Mit dem Sondervermögen für Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur stehen dem Land zudem zusätzliche Mittel zur Verfügung, um insbesondere die Sanierung von Radwegen an Landesstraßen systematisch anzugehen.

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Über den ADFC NRW

Der ADFC NRW e.V. ist mit mehr als 60.000 Mitgliedern der größte Landesverband des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs. Gegliedert ist er in 37 Kreisverbänden und rund 100 Ortsgruppen. Der Landesverband wirbt in Politik, Ministerien und Verbänden für eine Verkehrspolitik, die die Potenziale des Fahrrades ausschöpft. Im Mittelpunkt steht dabei die Entwicklung einer umfassenden Radverkehrsinfrastruktur: ein einheitliches Radverkehrssystem für Alltags-, Freizeit- und Urlaubsradfahrer:innen mit hohen Qualitätsstandards und guten Serviceeinrichtungen.


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