
Falsch parkendes Auto auf dem Radweg Kölner Straße gefährdet Radwegenutzer.. © ADFC Düsseldorf - dieses Foto darf lizenzfrei im Rahmen dieser Pressemitteilung genutzt werden; zum Herunterladen einfach auf das Bild klicken.
Matthias Pesch: Mehr als eine halbe Million Falschparker sind nicht hinnehmbar.
ADFC regt Drittanzeige gegen Falschparkende an
Die Stadt Düsseldorf hat diese Woche die Bilanz der geahndeten Verkehrsverstöße für letztes Jahr vorgestellt: 550.307 Falschparker und 330.892 Temposünder bekamen 2025 eine Anzeige. Von den über ein halbe Million Falschparkenden standen 57.728 Autos regelwidrig auf Geh- und Radwegen.
"Es ist schon krass, wie viele Menschen ihr Auto falsch abstellen," so Matthias Pesch, beratendes Mitglied für den ADFC im Ordnungs- & Verkehrsschauschuss. “Das macht im Durchschnitt etwa 160 Behinderungen auf Geh- und Radwegen pro Tag. Und das ist ja nur die Spitze des Eisbergs. Die Dunkelziffer ist wahrscheinlich um ein Vielfaches höher, die meisten Verstöße werden ja nicht zur Anzeige gebracht.”
Der ADFC weist auf die Gefahren des Falschparkens hin: "Falschparken mag vielleicht manchmal gedankenlos sein, ist aber keinesfalls ein Kavaliersdelikt", sagt Matthias Pesch. "Das muss den Menschen klar sein, die ihre Autos auf Gehwege stellen und Feuerwehrzufahrten und Straßenbahnen blockieren. Falschparkende Autos sind beispielsweise für Menschen im Rollstuhl ein Graus. Falschparker nehmen billigend in Kauf, wenn Radfahrende sich vom blockierten Radweg teils unter Lebensgefahr in den fließenden Verkehr einordnen müssen. Egal ob ein Auto "nur mal eben kurz" oder länger falsch geparkt wird: wird ein Fußgänger oder Radfahrer behindert oder gefährdet, so ist es egal wie lange vorher schon falsch geparkt wurde."
Der ADFC Düsseldorf appelliert an die Autofahrenden, diese Gefährdung und Behinderung ernst zu nehmen. Der Verein betont, dass es nicht ausreicht, die Infrastruktur für den Radverkehr massiv auszubauen, diese muss auch vor dem Autoverkehr gesichert werden.
"Die Überwachung kommt irgendwann an ihre Grenzen; wir brauchen mehr baulich getrennte Flächen", erklärt Matthias Pesch und fordert gleichzeitig, konsequenter gegen das Falschparken vorzugehen. “In Düsseldorf wird beim Parken in zweiter Reihe oder auf dem Bürgersteig zu oft weggeschaut. Wenn bisher nur maximal 6% aller falsch parkenden Fahrzeuge auf Geh- und Radwegen abgeschleppt werden, dann wird ganz offensichtlich eine Behinderung oder Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer auch durch die Stadtverwaltung billigend in Kauf genommen."
Das Oberverwaltungsgericht Münster hat zuletzt 2023 klargestellt, dass ein Abschleppen von falsch parkenden Fahrzeugen bei einer Behinderung regelmäßig geboten und verhältnismäßig ist, so der ADFC. Das Gericht spricht nichtberechtigten Verkehrsteilnehmern (d.h. Menschen, die Ihr Auto falsch parken) explizit keine Befugnis zu, selbst darüber zu entscheiden, ob in der nächsten Zeit eine konkrete Behinderung eintreten wird oder nicht. Auf eine konkrete Behinderung des jeweiligen Funktionsbereich (z.B. Gehweg, Radweg oder Ladeparkplatz) kommt es daher laut Urteil nicht drauf an. Der ADFC Düsseldorf fordert die Stadtverwaltung auf die Rechtsprechung des OVG Münster zu berücksichtigen und entsprechend in dienstlichen Anweisungen umzusetzen (OVG Nordrhein-Westfalen, Beschluss vom 13.04.2023 - 5 A 3180/21, Randnummer 28).
Auch ruft der Fahrradclub dazu auf, gefährliche Parkverstöße der Bußgeldstelle zu melden. "Wir wollen, dass die 10jährige Sara und der 80jährige Opa Werner sich sicher mit dem Fahrrad in Düsseldorf bewegen können", so Matthias Pesch. “Zugeparkte Rad- und Gehwege darf es nicht mehr geben. Die sogenannte Drittanzeige ist einfach: Foto mit dem Handy machen, Datum, Uhrzeit und Straße an die Bußgeldstelle mailen. Alle Infos dazu finden dazu hier … Im letzten Jahr haben Einwohner*innen so über 21.000 Drittanzeigen auf den Weg gebracht.
Dass auch Radfahrende sich nicht immer an die Straßenverkehrsordnung halten, weiß der ADFC. "Ich ärgere mich auch über Geisterfahrer, Radfahrende ohne Licht bei Dunkelheit oder auf dem Bürgersteig", sagt Matthias Pesch. "Auch wenn es zu Konflikten mit dem Autoverkehr kommt, haben nicht immer Radfahrende recht. Daher appellieren wir an alle Verkehrsteilnehmer die Verkehrsregeln zu beachten." Die wichtigsten Verkehrsregeln für Radfahrende sind hier zusammengefasst.
Für Rückfragen und weitere Auskünfte:
Matthias Pesch
beratendes Mitglied für den ADFC im Ordnungs- & Verkehrsschauschuss
0176 629 141 66 · matthias.pesch [at] adfc-duesseldorf.de