Radfahren sicher und gut - auch am Bahnhofsvorplatz / KAP - ADFC Düsseldorf

Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Kreisverband Düsseldorf

Das Bild zeigt eine Computersimulation, wie der Bahnhofsvorplatz aus der Vogelperspektive gesehen ausschaut.

Der neue Bahnhofsvorplatz aus der Vogelperspektive: gut zu erkennen ist der Radweg, welcher quer über den gesamten Platz verläuft und somit Kultureinrichtungen, Bahnhof und die geplante Fahrradgarage im Hansahaus verbindet © Landeshauptstadt Düsseldorf/Amt für Verkehrsmanagement

Radfahren sicher und gut - auch am Bahnhofsvorplatz / KAP

Der Bahnhof und sein Vorplatz sind ein zentraler Verkehrsknotenpunkt in Düsseldorf. Die Verwaltung hat dem Rat und seinen Gremien eine Vorplanung für den Konrad Adenauer Platz vorgelegt.

Entsprechend der Bedeutung war dieser Ort im Fokus ADFC-Radwegetests 2025. Dieser kam zu dem sehr ernüchternden Ergebnis: keine Radverkehrsführung und keine Anbindung an das Radhauptnetz. Die entsprechende Forderung war: „Bei der geplanten Umgestaltung Klarheit und Willkommenskultur schaffen durch Fahrrad-Wegweisung, Anbindung an Radhauptnetz, Abstellplätze, Kiss&Go-Zone.“

Bisher gibt es am Konrad-Adenauer-Platz keine Radverkehrsinfrastruktur und der Radverkehr nutzt gemeinsam mit den Linienbussen die Fahrbahn. Dies führt regelmäßig zu Konflikten und gefährlichen Situationen zwischen Fußgängern, Bussen und Radfahrenden in z.T. unübersichtlichen Kreuzungen. Eine dauerhafte Führung des Radverkehrs auf der Fahrbahn ist daher im Rahmen der Neuplanung des Bahnhofvorplatzes abzulehnen.

Nunmehr hat die Verwaltung dem Rat und seinen Gremien eine Vorplanung für den Konrad- Adenauer- Platz vorgelegt. Die Vorplanung soll in der Ratssitzung am 16. Juli 2026 entschieden werden. Es ist vorgesehen einen 2 – Richtungsradweg mit einer Breite von 2,5 m über den Konrad- Adenauer – Platz zwischen Straßenbahngleisen und Empfangsgebäude einzurichten. Der Radweg bindet den Hauptbahnhof, die Zentralbibliothek , Theater Central und das neue Gesundheitsamt an das Radhauptnetz an. Darüber hinaus sollen im ehemaligen Hansahaus eine Fahrradgarage mit ca. 1.900 Stellplätzen und auf den Platz weitere 120 oberirdische Fahrradabstellplätze entstehen.

Der ADFC begrüßt diese Planung und fordert ergänzend dazu:

  • Die Breite von 2,50 m ist sehr knapp. Die Planung hat eine einheitliche Breite über die gesamte Länge angenommen. An einer Stelle mit eingeschränktem Platzangebot ist nicht mehr möglich. Aus Sicht des ADFC sollte die Breite des Radweges grundsätzlich 3,00 m betragen und an der betroffenen Stelle eine Verengung in Kauf genommen werden. Auch die technischen Regelwerke sehen bei einer einseitigen Führung des Radverkehrs eine Breite von 3,00m als Regelmaß vor.
  • Der Radweg sollte klar von der Fußgängerinfrastruktur getrennt werden, durch kräftig leuchtenden „verkehrsroten“ Asphalt, durch Piktogramme, Pfeile und Mittelstrichmarkierungen, durch Bordsteine und durch Querungsmöglichkeiten für Fußgänger an klar definierten Stellen mit Zebrastreifen.
  • Die Führung sollte soweit wie möglich gradlinig verlaufen, enge Kurven sind zu vermeiden.
  • An den Kurzzeitparkplätzen nördlich das Haupteingang sind Sicherheitsabstände zu den geparkten Autos einzuplanen, um Dooringunfälle zu vermeiden. KfZ Verkehr sollte explizit auf die Parkplätze hinter dem Bahnhof geführt werden.

Der geplante Radweg erfüllt damit sehr gut die Erreichbarkeit des Hauptbahnhofs und weiterer Ziele am KAP bei eher langsamer Fahrweise. Er ist nicht für eher zügigen Durchgangsverkehr vorgesehen, welcher wie bisher über die Karlstraße erfolgt.

Durch die Kombination von Farbigkeit, deutlichen Markierungen, baulicher Trennung sowie Führung des schnellen Durchgangsverkehrs über die Karlstraße werden Konflikte mit Fußgängern auf ein Minimum reduziert. Durch die Schaffung von Fußgängerüberwegen / Zebrastreifen erhalten Fußgänger sogar explizit Vorrang beim Queren des neuen Radwegs und sind damit bessergestellt, als wenn diese z. B. die Straßenbahngleise überqueren.

Leider werden die noch ausstehenden Planungen und Beschlüsse noch mindestens 5 Jahre in Anspruch nehmen, so dass die Bauarbeiten erst Ende 2031 oder noch später starten werden.

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