
So könnte die Königsallee in Zukunft aussehen. Hinweis: Dieses Bild ist KI generiert und nicht maßstabsgetreu. Die tatsächliche Aufteilung wird etwas anders sein (z.B. die Fahrbahn für Autos breiter, dafür wird der Multifunktionsstreifen etwas schmaler) © KI Generiertes Foto
Mehr Kö für alle
Tempo 30, Längsparken und getrennte Wege: Der Düsseldorfer Prachtboulevard wird umgebaut. Warum die Pläne ein Gewinn für Flaniermeilen-Fans, Radler und den Handel sind – und wo der ADFC noch Nachbesserungsbedarf sieht.
Der ADFC Düsseldorf begrüßt die Neugestaltung der Königsallee ausdrücklich. Sie bringt spürbare Vorteile für Fußgänger, Radfahrende und den Kfz-Verkehr sowie für die ansässigen Geschäftsleute. Jede und jeder kann von der neuen Kö profitieren – so erstrahlt das Aushängeschild Düsseldorfs in neuem Glanz.
Laut Wikipedia ist die Königsallee die breiteste Straße Deutschlands. Dennoch litt die Aufenthaltsqualität bisher erheblich, es fehlte an Platz für den Radverkehr und es kam regelmäßig zu Konflikten zwischen Fußgängern und Radfahrenden. Im ADFC-Radwegetest wurde die Königsallee sogar als größter Mangel im Stadtbezirk 1 identifiziert.
Der Rat der Landeshauptstadt Düsseldorf hat im Juli die Neugestaltung der östlichen Königsallee (Geschäftsseite) beschlossen. Der Beschluss sieht Folgendes vor:
- Multifunktionsstreifen: Auf der rechten Straßenseite entsteht ein neuer Multifunktionsstreifen. Dieser bietet flexibel Platz für Parken, Handwerker- und Lieferverkehr, Gastronomie oder innovative Angebote wie Valet Parking, was den exklusiven Charakter der Königsallee unterstreicht.
- Parkplatz-Optimierung: Die bisherigen 130 Schrägparkplätze auf der rechten Fahrbahnseite werden in 83 Längsparkplätze umgewandelt. Die entfallenden 47 Parkplätze können durch die mehr als 25 Parkhäuser und Tiefgaragen im direkten Umfeld problemlos kompensiert werden. Für Besucher und Kunden, die mit dem Auto anreisen, stehen weiterhin ausreichend Stellplätze zur Verfügung.
- Sanierung des Gehwegs: Der Gehweg auf der Grabenseite wird saniert und erhält eine neue Oberfläche. Aktuell ist dieser – besonders bei schlechtem Wetter – eine Zumutung. Zukünftig steht er exklusiv dem Fußverkehr zur Verfügung, was Fußgängern deutlich mehr Platz einräumt.
- Sicherer Radweg auf der Geschäftsseite: Durch den Wechsel von Schräg- zu Längsparkplätzen entsteht endlich der Platz für einen Zweirichtungsradweg zwischen Graf-Adolf-Platz und Corneliusplatz. Radfahrende müssen künftig nicht mehr auf den Gehweg ausweichen; Fuß- und Radverkehr werden konsequent getrennt. Das erhöht insbesondere die Sicherheit für Fußgänger.
- Grünstreifen als Trennelement: Zwischen Gehweg und Radweg sorgen künftig ein 1 Meter breiter Grünstreifen sowie eine Bordsteinkante für klare Verhältnisse. Dies steigert die Aufenthaltsqualität auf der Königsallee nachhaltig und verhindert Konflikte zwischen Fuß- und Radverkehr.
Weitere Verbesserungen für einen guten Radverkehr
- Sicherere Querung der Graf-Adolf-Straße: Die bisher gefährliche Überquerung der Graf-Adolf-Straße zur nördlichen Kö / Talstraße wird entschärft. Anstelle der extrem schmalen Mittelinsel, auf der bisher unter schwierigen Bedingungen gewartet werden musste, wird eine deutlich breitere Mittelinsel geschaffen.
- Eigene Grünphasen: An Kreuzungen erhalten Radfahrende künftig eigene, vom Kfz- und Fußverkehr unabhängige Ampelphasen. Das ermöglicht ein sicheres und konfliktfreies Abbiegen und Queren.
- Schutzstreifen auf der Bankenseite: Auf der westlichen Königsallee wird ein durchgängiger Schutzstreifen in Fahrtrichtung Süden markiert. Auf Grund der geringen Straßenbreite ist ein eigenständiger Radfahrstreifen dort nicht möglich. Wichtig dabei: Da Autos den geforderten Mindestabstand von 1,5 Metern beim Überholen nicht einhalten können, gilt auf der westlichen Kö automatisch ein Überholverbot für Pkw – Radfahrende dürfen hier zudem nebeneinander fahren.
- Tempo 30: Auf beiden Seiten der Königsallee wird die Höchstgeschwindigkeit von bisher 50 km/h auf Tempo 30 reduziert; dies steigert für Gäste der Straßengastronomie die Aufenthaltsqualität und erhöht die Verkehrssicherheit für alle.
Zusätzliche Anregungen des ADFC
Der ADFC begrüßt die Aufwertung der Königsallee sehr und hat ergänzend folgende Punkte angeregt:
- Die Vereinbarkeit des Radwegs mit Veranstaltungen auf der Kö von Anfang an mitzudenken.
- Den Radweg auf der ehemaligen, inzwischen für den Autoverkehr gesperrten Fahrbahn des Corneliusplatzes weiterzuführen (statt Fuß- und Radweg dort wie bisher gemeinsam zu leiten).
- Den Radweg durchgehend rot einzufärben und baulich bestmöglich vom Fußweg zu trennen.
- Die Ampelschaltung an der Graf-Adolf-Straße so anzupassen, dass Radfahrende die Straße in einer einzigen Grünphase ohne Zwischenstopp überqueren können.
- Auf der Bankenseite die Radfurten an Kreuzungen rot zu markieren, um Konflikte mit abbiegenden Autos zu vermeiden.
Wegen der noch ausstehenden Detailplanungen ist mit einem Baubeginn auf der Geschäftsseite voraussichtlich nicht vor 2029 zu rechnen.









