Hartkortstrasse - Barrierefreier Ausbau der Haltestelle Mintropplatz - ADFC Düsseldorf

Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Kreisverband Düsseldorf

Das Bild zeigt die Haltestelle Mintropplatz (Fahrtrichtung Hbf) sowie den Gehweg zwischen der Haltestelle und den Bahndamm

Der Bereich neben der Haltestelle wird heute als Gehweg mit dem Zusatz "Radverkehr frei" genutzt. Hier sollen in Zukunft weiterhin Fußgänger und Radfahrende gemeinsam unterwegs sein. © ADFC Düsseldorf

Hartkortstrasse - Barrierefreier Ausbau der Haltestelle Mintropplatz

Die Verwaltung der Stadt Düsseldorf hat eine Beschlussvorlage zum barrierefreien Ausbau der Haltestelle Mintropplatz vorgelegt. Sie wurde am 26.6. im Verkehrsausschuss beschlossen.

Barrierefreier Ausbau heißt, dass der Bahnsteig / Bürgersteig lückenlos auf dem gleichen Niveau mit dem Fußboden der Straßenbahn liegen. Gehbehinderte Menschen und Menschen mit Rollstühlen, Kinderwagen oder Rollatoren können ohne Überwindung von Barrieren ein- und aussteigen. Der barrierefreie Umbau der Haltestellen ist gesetzlich vorgeschrieben und sehr zu befürworten.

Der entsprechende Umbau erfordert umfassendere Umbauten im Bereich der Hartkortstrasse, die den Radverkehr betreffen und – geeignet geplant – die Radinfrastruktur verbessern könnten.

Der ADFC hatte daher zu den Plänen Stellung genommen und dazu folgende Annahmen getroffen:

  • Die Hartkortstrasse ist eine wichtige Radverkehrsverbindung von den jenseits der Bahn liegenden Stadtteilen wie Oberbilk zum Bahnhof und Bahnhofsumfeld.
  • Mehr Radverkehr wird dann noch entstehen, wenn das geplante Fahrradparkhaus im Hansahaus in Betrieb geht.
  • Radfahren zwischen den Schienen ist für viele Radfahrende zu gefährlich. Es muss daher Wege für Radfahrende außerhalb der Schienen geben.
  • Kombinierte Fuß-/Radwege sind bei dem schon heute starken Radverkehrsaufkommen nicht möglich und bergen ein hohes Konfliktpotenzial.

Konkret sieht die beschlossene Planung vor:

Die Haltestelle für die Straßenbahnen Richtung Hauptbahnhof bleibt an unveränderter Stelle. Die Verwaltung hat aufgrund der beengten Platzverhältnisse, insbesondere durch die zweifelsfrei zu erhaltenden Bäume, einen kombinierten Rad- / Fußweg geplant. Der ADFC fordert hier einen schmalen, aber farblich auffälligen Radweg längs der Mauer, auf dem die zahlreichen Radfahrer geordnet hintereinander ohne Konflikte mit Fußgängern ihr Ziel erreichen können.

Die Haltestelle für die Gegenrichtung soll vom Mintropplatz in die Harkortstraße zurückverlegt werden. Der ADFC lehnte den Verwaltungsvorschlag, auf der Straße, also zwischen dem Gleisen zu fahren, ab und schlug stattdessen die Planung des Radweges in Form eines überfahrbaren Haltestellenkaps vor. Der Radweg solle über den Mintropplatz hinaus im die Helmholtzstrasse verlängert werden. Dies ist im Bereich des schienenfreien Straßenraums möglich. Die gesamte Wegführung sei zu markieren.

Für den Straßenabzweig längs der Hotels sieht die Planung unverändert eine Fußgängerzone mit Radverkehr frei vor. Wegen des vergrößerten Radverkehrsvolumens durch das neu Fahrradparkhaus am Ende der Straße fordert der ADFC einen gesonderten Radweg in diesem Abschnitt.

Und noch ein kleiner Wehmutstropfen: Auf die Umsetzung der Planung müssen wir noch bis Ende 2027 warten, obwohl nach gesetzlichen Vorgaben der barrierefreie Ausbau der Haltestellen Ende 2021 hätte abgeschlossen werden müssen. Aber basierend auf dem aktuellen Fortschritt wird das für alle Haltestellen erst Ende der 2030er Jahre erreicht sein.

Die Vorlage der Verwaltung wurde im Verkehrsausschuss von allen Fraktionen mit Ausnahme der AFD mehrheitlich beschlossen, wie auch zuvor in der Bezirksvertretung 1. Den vom ADFC vorgeschlagenen und in der Sitzung erläuterten Forderungen wurde nicht gefolgt. Lediglich RH Rütz (CDU), Vorsitzender der Kleinen Kommission Radverkehr, betonte seine „Minderheitsmeinung“ in der Koalition, ein abgetrennter Radweg entlang des Bahndamms wäre notwendig und möglich. CDU-Mehrheit und Bündnis90/Grüne schlossen sich dem nicht an.

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